Facility Manager vs. Hausmeister

In kleinen, überschaubaren Wohneinheiten lokaler Baufirmen und -genossenschaften oder auch spezifischen Wohnanlagen für Senioren sowie behinderte Menschen genießt der Hausmeister oder Haustechniker stets eine besondere Vertrauensstellung. Führt er seinen Beruf gut aus, wird er für jeden Mieter und Bewohner zum respektierten und lieb gewonnenen Bekannten, der sich allen nur denkbaren Kleinstmängeln des alltäglichen Lebensbereiches gerne annimmt. Ein Klodeckel wackelt wegen der gelockerten Verschraubung; alternde Energiesparlampen flackern; eine Tapete hat sich gelöst oder eine Schranktür schließt nicht mehr – der Hausmeister ist da und wird es richten.

Die Prüfung kostenoptimierter Wartungsarbeiten beaufsichtigt der Facility Manager

Müssen riesige, womöglich von der energetischen Optimierung her vernachlässigte und seit Jahren im Bereich der Elektroanlagen unsanierte Gebäudekomplexe betreut werden, kann ein Facility-Manager wertvolle Hilfestellungen geben. Dank seines Studiums wird er der Hausverwaltungsgesellschaft konkret sagen können, wo die Schwachpunkte der Immobilie liegen und somit zu erwarten ist, dass ständig oder im Notfall verfügbare Mitarbeiter der Haustechnik präsent sein sollten. Er wird auch die Frage klären, welche Ausbildungsschwerpunkte bei der Einstellung geeigneter Mitarbeiter zu setzen sind. Liegt etwa die Haupttätigkeit auf der Betreuung elektrischer Anlagen oder der Fahrstühle im Haus, ist ohne fachliche Eignung in diesen Sektoren keine Einstellung ungelernter oder adäquat weitergebildeter Bewerber in der Haustechnik mehr erlaubt.

Auch Reinigungstätigkeiten obliegen der Überprüfung des Facility Managers

Früher war es für den allgegenwärtigen Hausmeister obligat, auch die Reinigungsarbeiten rund um das betreute Gebäude zu erledigen. Fenster putzen, Kehrdienste innerhalb und auch auf den Gehsteigen, Winterdienst inclusive Schneeräumung und Streuen von Salz gegen Eisbildung im öffentlichen Verkehrsbereich gehörten traditionell zum Tätigkeitsfeld der Mitarbeiter der Haustechnik – ebenso wie die fundierte Pflege von Grünanlagen.

Externe Dienstleister können von Fall zu Fall kostengünstiger arbeiten

Ein Facility Manager mag bei Großgrundstücken per optimierter Kostenrechnung vielerlei Kosteneinsparungen durch den Einsatz spezifizierter externer Dienstleister gegenüber fest angestelltem Personal in der Haustechnik erzielen können. Wo aber im engen Umfeld kleiner Mietshäuser persönliche Kontakte mit hilfsbereiten Mitmenschen gefragt sind, machen derartige Organisationsformen keinen Sinn. Hier mag es oft geschickter sein, Hausmeistertätigkeiten im Rahmen von geringfügigen Beschäftigungen an Bewerber zu vergeben, die auch für wenig Entlohnung Spaß am Job und dem Kontakt mit den Mietern haben.